KünstlerIn ist heute bei Umfragen unter Jugendlichen einer
der begehrtesten Berufe – frei und selbstbestimmt scheint
sie/er tun und lassen zu können, was sie/er will, und mit
Glück verdient sie/er mit seiner Kunst viel Geld. Mit Pech
bleibt sie/er allerdings zu Lebzeiten verkanntes Genie und
HungerleiderIn. Diese und andere Mythen bestimmen gegenwärtig
die Bilder vom Künstler. Sie haben ein lange und komplexe
Geschichte, die die Studierenden anhand von Selbstdarstellungen
von Künstlern und Künstlerinnen verfolgen. Wie inszenieren
sie sich, an wen wenden sie sich, welche Vorstellungen von
künstlerischer Tätigkeit zeigen sie? Ist jede
Selbstdarstellung auch ein Selbstbildnis?

Gezeigt wird eine Ausstellung zur Geschichte der
Selbstinszenierungen als imaginäres Museum mit Farbkopien,
Ausstellungsplakaten und einigen wenigen Originalen, dazu
Fundstücke in Werbung, Museumsshops etc. Die Studierenden
haben aus der Fülle existierender Selbstdarstellungen ihre
ganz persönliche Auswahl getroffen: beginnend mit Hildebertus
im 12. Jahrhundert stellen sie jeweils ein Bild von alten und
neuen, bekannten und unbekannten Künstlerinnen und Künstlern
ins Zentrum ihrer Präsentation – darunter z.B. Albrecht
Dürer, Rembrandt und Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun, Pablo
Picasso und Ernst Ludwig Kirchner, Hannah Höch und Claude
Cahun, Andy Warhol, Cindy Sherman, Adrian Piper und Iris
Selke.